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Rezepte für Torten früher und heute

Geburtstags-Torte nach traditionellem RezeptGeburtstags-Torte nach traditionellem Rezept

Eine Torte gibt es meistens zu einem bestimmten Anlass. Ein Geburtstag, ein Jubiläum und natürlich die Hochzeit sind Gelegenheiten, zu denen einfach eine Torte dazugehört. Eine Torte verbindet man meistens mit einem relativ süssen Gebäck, einem Teig, der mit einer süssen Füllung sowie allerlei verführerischer Verzierung umhüllt ist. Berühmte Torten sind die Linzer- oder auch die Sachertorte. Man kennt auch die Schwarzwälderkirschtorte. Wahrscheinlich stammt das Wort Torte vom spätlateinischen „tōrta“ ab und hatte so ursprünglich die Bedeutung „Brotgebäck“.

In Basel war bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts ein Rezept für eine Mandeltorte sehr beliebt. Im Rezept fanden neben den Mandeln verschiedene Gewürze und Kürbisfleisch Verwendung. In Frankreich genoss man zu jener Zeit eine Apfeltorte. Dabei wurde der Teigfladen am Rand zu einem Kranz geformt, um zu verhindern, dass die Füllung beim Backen auslaufen würde. Als Gewürze gab man Zimt und Ingwer dazu. Ähnlich wie die in den Supermärkten erhältlichen vorgebackenen Biskuitböden muss man sich die „Tortenhäfen“ vorstellen. Diese vorgebackenen Teigunterlagen konnten beliebig gefüllt werden, um sie im Anschluss fertig zu backen. Darauf lassen überlieferte Rezeptbücher aus jener Zeit schliessen.

Torten und ihre Rezepte mit Teigunterlagen

In der Fastenzeit schienen sich Fruchttorten grosser Beliebtheit zu erfreuen, wie aus Kochbüchern alter Klosterküchen hervorgeht. Äpfel, Quitten und Mandeln waren bevorzugte Zutaten für eine Fastentorte. In den Elsässer Küchen hielten die sogenannten Fleischtorten bereits frühzeitig Einzug, heutzutage eher als Pasteten bekannt. Auch hier kamen wiederum die vorgebackenen Teigunterlagen zum Einsatz. Darauf wurde ein Fleischgehacktes gefüllt, bevor es mit einer Teigdecke abgedeckt wurde. Noch heute ist die Fleischpastete eine Spezialität für Touristen.

Im 17. Jahrhundert erlebte die Zuckerbäckerei ihre Blütezeit und damit gewannen auch die Torten zunehmend an Bedeutung. Die Hofkonditoreien übertrafen sich gegenseitig mit ihren süssen Prunkstücken. Sahne- und Cremetorten setzten sich jedoch erst im 19. Jahrhundert durch. Das lässt sich vor allem damit begründen, dass die Herstellung von Schlagsahne äusserst mühsam war. Seit Erfindung des elektrischen Handrührgerätes kann das mancher vielleicht schwer nachvollziehen, es sei denn, man macht sich die Mühe und nutzt einen herkömmlichen Schneebesen.

Hochzeitstorten und ihre Bedeutung

Auch heute entstehen oft wahre Wunderwerke aus Sahne, Buttercreme und Marzipan. Mittlerweile ist es sogar möglich, sein eigenes Foto auf der Torte zu verewigen. Die Sammlung der Torten Rezepte ist umfangreich. Die Hochzeitstorte stellt dabei eine Besonderheit dar, allein weil sie für einen entscheidenden Schritt im Leben steht. Wahrscheinlich waren es Engländer, die den Brauch ins Leben gerufen haben. Man nimmt an, dass ein Kuchen mit in Rum eingelegten Weinbeeren gebacken wurde. Dieser wurde mit einer Schicht Marzipan und Zucker glasiert, um ihn zu konservieren. Denn traditionell wurde der Kuchen nicht zur Hochzeit, sondern wenn das erste Kind das Licht der Welt erblickte, angeschnitten.

Das ist eine Theorie zur Entstehung der Hochzeitstorte und der damit verbundenen Torten Reepte und heutzutage längst nicht mehr Brauch. Die Hochzeitstorte wird üblicherweise heutzutage in England ebenfalls am Tag der Hochzeit verzehrt. Bei der Form gibt es keinerlei Vorschriften, ob einstöckig oder mehrstöckig kommt unter anderem auf die Zahl der Hochzeitsgäste an. Schliesslich will jeder ein Stück abhaben. Herzform, eckig oder rund, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Das Dekor besteht meist aus Zuckerguss oder Marzipan. Es kann passend zum Brautkleid oder der Tischdekoration gewählt werden.

Das bleibt ganz dem Geschmack des Brautpaares überlassen, ob traditionelle oder ausgefallen. Eine Hochzeitstorte hat jedoch selbstverständlich eine gewisse Bedeutung. Wer die traditionelle Variante wählt, wird eine schlichte, weisse Torte erhalten, die mit Zuckerrosen verziert ist. Das Weiss symbolisiert dabei die Reinheit und die Rosen stehen für eine Liebe ohne Dornen. Entscheidet man sich für die Marzipanvariante, meint das nichts anderes als das Eheversprechen: „In guten wie in schlechten Zeiten.“ Denn Marzipan wird bekanntlich sowohl aus Zucker als auch aus bitteren Mandeln hergestellt. Die bitteren Mandeln stehen für die weniger guten, der Zucker für die guten Zeiten.